Antrag
1) Ein Pilotprojekt “Siesta” mit dem Ziel der Evaluierung von Umsetzbarkeit und positiver
Effekte auf die Mitarbeitenden der Verwaltung wird in die Wege geleitet. Langfristig wird die
Einführung der Siesta (auch genannt „Mittagsschlaf“) für die gesamte Belegschaft
angestrebt.
2) Die tägliche Siesta ist als Arbeitszeit zu erfassen. Sie ist innerhalb der Arbeitszeit
durchzuführen.
3) Die Verwaltung soll erwägen, welche Sanktionierungen für Angestellte in Frage kommen,
die sich der Weisung nach Siesta entziehen, und stattdessen die Zeit für private
Erledigungen (Shopping, Behördengänge, etc.) oder andere nichtschlafende Tätigkeiten
aufwenden.
Ausnahmeregelungen für schlaffördernde Maßnahmen (z.B. Abspielen von Hörbüchern) sind
zu erlassen. Die Umsetzung schlafunterstützender Maßnahmen (Einrichtung von
Ruheräumen, Anschaffung von Liegen oder Hängematten) ist zu erwägen.

Begründung
Ein leistungsfähige Stadtverwaltung ist einer der zentralen Faktoren für ein gutes Leben in
der Stadt Dortmund. Sei es die Bearbeitung von Anliegen der Bürgerinnen und Bürger, eine
reibungslose innere Organisation und nicht zuletzt die effektiviziente Umsetzung von
Stadtratsbeschlüssen – all diese Dinge sind unbestreitbar wichtige Aspekte der Organisation
einer Großstadt wie Dortmund.
Doch immer wieder muss man Meldungen vernehmen, dass die Dortmunder Verwaltung von
Überlastung, Bearbeitungsstau und insgesamt ungesunden Arbeitsverhältnissen betroffen
sind.
Dass fortwährender Stress eine Gesundheitsgefährdung darstellt (Stichwort: Burn-Out), ist
allgemeinhin bekannt und wissenschaftlich erwiesen. Beispielsweise sind laut der
Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz rund 50 Prozent der
Fehltage auf Stress zurückzuführen.
Einen großen Beitrag zur Behebung dieser Missstände lässt sich mit der Einführung eines
allen Menschen vertrautes, von allen geschätztes und sogar kostenloses Naturheilmittel
leisten: Siesta.
In zahlreichen Kulturen ist die Siesta (respektive: Mittagsschlaf, Tagschlaf, Energieschlaf,
Inemuri oder Kraftnickerchen) ein bewährtes Mittel zur Reproduktion der Tatkraft und dem
Erhalt der körperlichen und seelischen Gesundheit. Vorbilder sind zum Beispiel Spanien oder
auch Japan. Aber selbst in deutschen Unternehmen wie Opel oder der Lufthansa, sogar in
deutschen Verwaltungen, hat man dem Bedürfnis nach mittäglicher Erholung bereits
Rechnung getragen. Dem sollte eine innovative, die Lebensfreude fördernde Stadt wie
Dortmund in Nichts nachstehen!
Zahlreiche Studien weisen gesteigerte Produktivität und Effizienz im Zuge der Durchführung
einer Siesta nach. Denn trotz weniger verbrachter Zeit “am Platz” sondern “im Bett”: Es ist
mit einer Steigerung der Produktivität zu rechnen. Somit besteht weder ein gesteigerter
Lohnkostenaufwand für die Stadt, noch haben die Angestellten der Stadt mit verringerter
Bezahlung zu rechnen, denn die bezahlte Arbeitszeit bleibt die Gleiche.
Der große Vorteil: Es führt bei geringeren Kosten zu einer Erhöhung der Produktivität! In
vielen Bereichen ist Dortmund eine Stadt mit Vorbildcharakter. Gleiches gilt für das
beschriebene Vorhaben. Von dem Beschluss des Antrags ginge eine Vorbildwirkung auf
andere Arbeitsbereiche aus, die zur Verbesserung der allgemeinen Gesundheit und
Schaffenskraft führen würden. Zudem werden Anreize für qualifiziertes Fachpersonal
gesetzt, sich um eine Anstellung bei der Stadt Dortmund zu bewerben. Die “Work-LifeBalance” ist in den Personalabteilungen das große Thema. Mit der Einführung einer Siesta
würde auch diesem Faktor Rechnung getragen.

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