Gremium / Ausschuss:

Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen

Datum: 

17. März 2021

Drucksache: 

Verbesserung der Verkehrssituation am Hellweg in Asseln und Wickede

2021-09-02 14.54.16

Gemeinsamer Zusatzantrag mit DIE LINKE+:

Bereits 2012 hatte die Fraktion DIE LINKE den Antrag im damaligen AUSW gestellt, die Lärmbelastung für die Anwohner am Asselner und Wickeder Hellweg durch eine ganze Reihe von Maßnahmen zu reduzieren (siehe DS 06967-12-E1). Leider hatte die damalige Ratsmehrheit diesen Prüfauftrag mit Verweis auf den geplanten Weiterbau der OWIIIa abgelehnt. Eine Entlastung blieb damit für die Menschen aus.

Im August 2020 hatte die Fraktion DIE LINKE & PIRATEN beantragt, ein LKWDurchfahrtsverbot für LKW ohne Zielort in Dortmund analog zur B1-Beschlussfassungauszusprechen (DS 18483-20), um die Belastung für die Anwohner*innen zu reduzieren. Auch dieser Antrag fand keine Ratsmehrheit.

Im Februar 2021 beschlossen sowohl der AKUSW als auch der Rat aufgrund eines gemeinsamen Antrages von Grünen, CDU und DIE LINKE+ (DS 19352-20) die Planungen für die OWIIIa in dieser Wahlperiode ruhend zu stellen, so dass es sinnvoll erscheint einen neuen Anlauf zu unternehmen für die Menschen am Hellweg eine Entlastung zu erreichen – die OWIIIa entfällt nun als Argumentation gegen eine Umsetzung von Entlastungsmaßnahmen.

Die Fraktion DIE LINKE+ bitte daher um Beratung und Beschlussfassung zu nachstehendem Antrag.

Beschluss:

1) Der AKUSW stellt fest, dass die Daten der Stadt Dortmund eine deutliche Abnahme des motorisierten Individualverkehrs auf dem Hellweg im Vergleich zur Jahrtausendwende zeigen. Eine Aktualisierung der öffentlich bekannten Daten soll durch den gemeinsamen Antrag von Grünen, CDU und DIE LINKE+ (DS 20278-21) eingeleitet werden. Der Hellweg gilt im aktuell gültigen Lärmaktionsplan nicht als schwer belastet.

2) Der AKUSW versteht gleichwohl den Wunsch der Anwohner und der Berufspendler*innen die verkehrlich schwierige Situation am Asselner und Wickeder Hellweg zu verbessern.

3) Zur Entlastung der Verkehrssituation sollen die nachfolgenden Maßnahmen durch die Verwaltung geprüft und umgesetzt werden.
3.1) Die Ampelphasen sind so zu optimieren, dass bei einer Einhaltung der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit eine grüne Welle entsteht. Dadurch sollen störende Bremsund Anfahrgeräusche vermieden werden.
3.2) Bei künftigen Instandsetzungsmaßnahmen ist grundsätzlich lärmabsorbierender Asphalt zu verwenden
3.3) Die Höchstgeschwindigkeit ist auf das Wirkoptimum des lärmabsorbierenden Asphalts zu reduzieren, um einem optimalen Effekt zu erzielen.
3.4) Die Anlegung von Links- und Rechtsabbiegerspuren soll im Rahmen der Platzverhältnisse Staus vermeiden.
3.5) Der Hellweg war in der Vergangenheit wiederholt Opfer eines nicht optimalen Baustellenmanagements, so dass Einzelmaßnahmen immer wieder zu Belastungen des Verkehrs geführt haben. Hier ist aufgrund der Sensibilität der Situation verstärkt auf eine bessere Koordination zu achten.
3.6) Der Asselner und Wickeder Hellweg soll für LKW zu einer Anliegerstraße werden.
3.7) Zur Entlastung der gesamten Situation ist die Ansiedlung von Carsharingangeboten, sowie Infrastruktur für Elektro- und Wasserstoffantriebe zu prüfen.
3.8) Die Sportanlage von Westfalia Wickede und der Wickeder Friedhof sollen eine Anbindung an den ÖPNV erhalten, um Hol- und Bringverkehre zu vermeiden. Eine Eingabe des AUSW ist bereits vor Jahren im Rahmen des Nahverkehrsplanes erfolgt, blieb aber bisher unbearbeitet.
3.9) Parkstreifen im Straßenquerschnitt des Hellwegs sind zu reduzieren und durch Radinfrastruktur (z.B. ein markierter Radweg, vor Diebstahl gesicherte Abstellanlagen, Abstellplätze für Lastenräder, etc.) und Stadtgrün zu ersetzen. In diesem Rahmen soll auch die ausreichende Verfügbarkeit von Behindertenparkplätzen geprüft werden.
3.10) Im Rahmen der Umsetzung von MiKaDo sollen die erkannten Gebiete mit großer Hitzeentwicklung in Wickede und Asseln bevorzugt mit mehr Grün versehen werden. Hitzeinseln sind hier vor allem der Flughafen, das hellwegnahe Gewerbegebiet Wickede (Extremhitzebelastung), der stark versiegelte Einzelhandelsstandort Eichwaldstraße und die Situation rings um den Knotenpunkt Asselner Hellweg/Aplerbecker Str. Insgesamt ist die
Hitzebelastung des Hellwegs aufgrund der starken Versiegelung höher als in der Umgebung. Die erkannten Kühleffekte durch das Landschaftsschutzgebiet im Süden von Wickede (Flughafenumgebung) auf den Hellweg, durch das Wickeder Ostholz (besonders kühler
Bereich) auf das Meylandtstraßenviertel, durch den Heimbach sowie durch die Frischluftschneise zwischen Wickede und Asseln sind zu bewahren und vor Bebauung zu schützen.

Beschluss / Antwort:

„Sehr geehrte Damen und Herren,
zur Beratung des Antrages möchte ich Ihnen folgende Informationen zukommen lassen:

2. a-e Für die Ausarbeitung eines Maßnahmepaketes für den Hellweg zur Verringerung des KFZVerkehrs soll Anfang 2022 ein Ingenieurauftrag vergeben werden. Die Mittel hierzu werden in die Haushaltsberatungen zum Haushalt 2022 eingebracht. Die Betreuung des Auftrags wird durch vorhandenes Personal sichergestellt.

Unter den noch geltenden Coronabedingungen ist keine verlässliche Verkehrszählung möglich (s. auch DS-Nr. 20278-21-E6). Bis auf Sonderzählungen werden Verkehrserhebungen bereits seit langem durch externe Büros vorgenommen. Die Zählungen in Asseln und Wickede sind bereits im Zählprogramm verankert und müssen nicht neu beauftragt werden. Für den östlichen Hellwegabschnitt (von Am Petersheck bis Wickede-Endstelle) soll ebenfalls in 2022 eine externe Vergabe für die Leistungsphasen I-III HOAI erfolgen. Die
Entwurfsplanung kann dann vsl. in 2024 abgeschlossen werden. In dem auf dieser Basis einzuholenden Planungsbeschluss werden die personellen Mehrbedarfe im Tiefbauamt dargestellt.

3.1 Auf dem Hellweg ist bereits in den 90er Jahren eine grüne Welle eingerichtet worden, allerdings auch eine Grünanforderung für die Stadtbahn. Durch den 10 Minuten-Takt im östlichen Hellwegabschnitt wird die grüne Welle etwa alle 5 Minuten unterbrochen. Nach
Ablauf der Stadtbahn kehrt das Programm – mit kurzen Anpassungsphasen – in den GrüneWelle-Modus zurück.

3.2 Wo baulich möglich, wird künftig immer lärmoptimierter Asphalt eingesetzt. Die Stadtbahn setzt auch hier Grenzen.

3.3 Im niedrigen Geschwindigkeitsbereich dominiert das Motorengeräusch. Lärmoptimierter Asphalt wirkt erst ab ca. 40 km h.

3.4 In höher belasteten Knotenpunkten werden – wo möglich und nötig – zusätzliche Abbiegespuren angelegt.

3.5 Das Baustellenmanagement wird künftig noch stärker optimiert.

3.6 Der Hellweg ist klassifizierte Landesstraße und Teil des Vorbehaltsnetzes. Eine Einschränkung des LKW-Verkehrs kann daher nicht umgesetzt werden. Die LKW-Anteile auf diesem Abschnitt sind heute schon nicht ungewöhnlich hoch, nach Einschätzung der
Verwaltung finden hier keine nennenswerten LKW-Durchgangsverkehre statt. Auf Rewe bezogene Verkehre beispielsweise gehören auch zum Ziel-Quellverkehr und nicht zum Durchgangsverkehr.

3.7 Mit Vorlage DS-Nr. 20260-21 ist ein 1. Schritt zur Verbreitung von CarsharingAngeboten unternommen worden. Die Angebote sollen sukzessiv auch auf die Außenstadtgebiete ausgedehnt werden. Das Ausbringen entsprechender Fahrzeuge bleibt aber Privaten vorbehalten. Die Stadt Dortmund setzt die Rahmenbedingungen für den Ausbau von Elektroladesäulen und Wasserstofftankstellen, setzt dies aber nicht selbst um.

3.8 Die Verwaltung wird kurzfristig Gespräche hierzu mit DSW 21 führen.

3.9 Die genannten Aspekte sind Bestandteil der Ingenieurplanung.

3.10 Die Anregungen werden von den Fachbereichen gesondert geprüft. Sobald Ergebnisse vorliegen, wird die Verwaltung hierzu berichten.

Mit freundlichen Grüßen
Ludger Wilde“

Protokoll der Sitzung:

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